LEO Pharma lässt den Löwen los

Neu-Isenburg, 30.05.2012 - Man kennt die Arzneimittel, das Unternehmen ist weniger bekannt. Dabei wächst kaum ein anderes Pharmaunternehmen so schnell wie die auf wenige Indikationen spezialisierte LEO Pharma.

Von Bertold Schmitt-Feuerbach

Der Löwe soll auch noch aufs Dach bei der deutschen Tochtergesellschaft der dänischen Leo Pharma A/S.

Doch weil das eher unscheinbare aber moderne Bürogebäude in Neu-Isenburg in der Einflugschneise des Flughafen Frankfurt liegt, muss erst die behördliche Genehmigung abgewartet werden, bevor das Logo des über 100 Jahre alten dänischen Unternehmens auf dem Gebäude leuchten darf.

Unterdessen konnte Dr. Franz Peter Kesseler, erst seit knapp einem Jahr Deutschland-Chef von Leo, schon mal weitere Räume anmieten, denn die Mitarbeiterzahl ist binnen Jahresfrist von 120 auf 180 gewachsen, und dies eben nicht nur im Außendienst (wir berichteten).


Wirkstoffkombination gegen Psoriasis
Anlass für personelles Wachstum ist neben anderen die Einführung von Daivobet® Gel im vergangenen Jahr, einer neuen liposomalen Galenik für Daivobet®, die Wirkstoffkombination von Calcipotriol und Betamethason gegen Psoriasis.

Ein weiterer Anlass ist die Aussicht auf ein neues dermatologisches Indikationsgebiet, die Aktinische Keratose. Die dänische Mutter hat dafür Ende 2009 für 288 Millionen US-Dollar (ca. 201 Millionen Euro) die australische Peplin Inc. gekauft und mit ihr deren Produktkandidaten PEP005 erworben.

Der aus dem Saft der Garten-Wolfsmilch (Euphorbia peplus) isolierte Wirkstoff Ingenolmebutat wird als Gel gegen die als Krebsvorstufe geltende Hauterkrankung entwickelt. In den USA wurde die Zulassung bereits beantragt.


Antrag bei der EMA steht bevor
Der Antrag bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA steht kurz bevor. Mit der Markteinführung rechnet Kesseler 2012. Und er erwartet einen kräftigen Umsatzschub der deutschen Tochter auf 100 Millionen Euro; das wäre eine Verdoppelung im Vergleich zu 2009.

Doch auch international ist bei Leo Wachstum angesagt. Die in Ballerup, unweit von Kopenhagen, ansässige Muttergesellschaft ist bereits mit Töchtern in 58 Ländern vertreten und vermarktet ihr Portfolio außerhalb Dänemarks zunehmend selbst. Der bisher größte Schritt in diese Richtung war im Herbst 2009 der Rückkauf der US-Rechte für die eigenen dermatologischen Produkte vom bisherigen Vertriebspartner in den USA Warner Chilcott für eine Milliarde US-Dollar.

Seit Januar vergangenen Jahres ist Leo in Parsippany im US-Bundesstaat New Jersey mit einer eigenen Tochter präsent.

Ebenfalls im vergangenen Jahr wurde neben anderen eine Tochter in Brasilien gegründet, dem weltweit drittgrößten Dermatologiemarkt. In wenigen Monaten wird Leo eine Filiale in Rom eröffnen und den bisher vom deutschen Unternehmen Grünenthal geleisteten Vertrieb seiner Produkte selbst übernehmen.


Umsatz 2010 um 20 Prozent gestiegen
2010 steigerte Leo Pharma A/S den Umsatz um 20 Prozent auf rund 7,2 Milliarden Dänische Kronen (DKK), umgerechnet etwa 974 Millionen Euro. Die Gewinne des 1908 gegründeten Familienunternehmens - 2010 waren es nach Steuern ca. 94 Millionen Euro - fließen seit 1983 der privaten Leo Stiftung zu und werden von dieser vollständig in die Geschäftsentwicklung und für Forschung und Entwicklung reinvestiert.

Im Jahr der Frauenfußball-WM geht Leo Pharma in Deutschland auch neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit. Für ihre im Jahre 2007 gegründete Initiative "gut leben mit Psoriasis" holte sie sich prominente Unterstützung durch Nationalspielerin Ariane Hingst. Sie hat selbst seit ihrer Kindheit Psoriasis und ist in diesem Jahr Botschafterin der Initiative.

"Ich hoffe, dass ich durch mein Engagement für die Initiative dazu beitragen kann, dass viele Menschen offener mit der Erkrankung umgehen und sich nicht deswegen verstecken", erklärt sie ihren Einsatz. Im Mittelpunkt der Initiative stehen alltagsnahe Infos zur Krankheit, den Behandlungsoptionen und den psychologischen Implikationen. Neben Ariane Hingst unterstützen der Dermatologe Dario Uhlig und die Psychologin Dr. Eva Wlodarek die Initiative.

Quelle: Ärzte Zeitung, 30.05.2012

 

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